„PROBIERS DOCH MAL MIT FREUNDLICHKEIT“

Innerhalb eines kurzen Zeitraumes häuften sich bei mir an mich entgegengebrachte FREUNDLICHKEITEN. Ich möchte daher dieses Thema aufgreifen, weil meiner Meinung nach der FREUNDLICHKEIT mitunter zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt und auch die Macht der FREUNDLICHKEIT unterschätzt wird. Dabei wäre es so einfach – mag man meinen.

 

Es begann in einem Coaching: eine Kundin (und liebe Freundin) brachte mir einen Blumenstrauß mit – einfach so. Ihr war einfach danach, mich mit Blumen zu überraschen. Voll gelungen!

In einem Geschäft traf ich auf eine junge, sehr engagierte Verkäuferin und ihr Bemühen war mehr als mir eine lässige Jeans zu verkaufen. Sie packte sogar noch zwei Willkommensgeschenke ein, die ich erst zu Hause entdeckte.

Danach machte ich gleich zwei positive Behördenerfahrungen. Einmal in Wien und einmal bei uns am Gemeindeamt. Mit im Gepäck sehr sympathische und hilfreiche Telefongespräche und auch noch gezeigtes Interesse an meiner Arbeit. FREUNDLICHKEIT pur!

 

Das Wort „FREUNDLICHKEIT“ hatte in meinem Kopf bereits festen Bestand. Dieses Thema inspirierte mich.

 

Und zu guter Letzt bekam ich auch noch vom Chef unseres eingesessenen Traditionswirtshauses mit Vinothek in Pupping ein frisch zubereitetes Wildschwein-Ragout im Glas zum Kosten geschenkt. Dieses Ragout war ein echter Genuss! Ich freute mich sehr über diese FREUNDLICHE Geste.

 

Ach ja, da war noch was: meine Oberarme wurden als sehr gut trainiert bewertet.

An alle Leserinnen im „Plus-Alter“. Wir wissen: ab einem gewissen Alter hat so ein

FREUNDLICHES Kompliment durchaus einen hohen Wert!

 

Diese Anhäufung von FREUNDLICHKEITEN geschah in lediglich zwei Tagen. Anerkennung, Wertschätzung, zuvorkommendes und wohlwollendes Verhalten wurden mir entgegengebracht. Das hat schon was. Ich könnte diese Liste an FREUNDLICHKEITEN noch weiterführen.

 

Im Alltagsleben unterschätzen wir manchmal die Wirkung eines FREUNDLICHEN Wortes oder einer FREUNDLICHEN Geste. Obwohl es ganz einfach geht, wie z.B. die Tür aufhalten, ein FREUNDLICHES Lächeln schenken. Den Kaffee der Kollegin oder dem Kollegen bringen. Oder jemanden echtes (!!!) Interesse entgegenbringen. Kurzum: ich schenke jemanden Aufmerksamkeit, wie immer die auch aussehen mag – FREUNDLICH sein macht Sinn!

FREUNDLICH sein ist eine Einstellungssache.  Die Entscheidung zu treffen, grundsätzlich FREUNDLICH zu sein, öffnet Türen, fördert Kontakte und erzeugt eine gute Atmosphäre.

Das Allerbeste ist:

wer FREUNDLICH ist, hat eine positivere Lebenseinstellung, ist zufriedener und hat meist gute Beziehungen zu anderen Menschen bzw. ist in der Lage solche immer wieder aufzubauen.

 

Leider gibt es auch diese „Grenzüberschreiter“ wo Freundlichkeit nicht mehr möglich und auch nicht mehr angebracht erscheint bzw. nur mehr sehr schwierig herzustellen ist.

 

Und dann gibt es diese Alltagsunfreundlichkeit und diese kann unterschiedliche Gründe haben, wie z.B.:

sie sind unzufrieden mit dem eigenen Leben oder einer Situation

sie haben das Gefühl vom Leben im Stich gelassen zu werden, zu kurz zu kommen

sie würden zu unrecht kritisiert oder sie werden nicht bemerkt

sie haben das Gefühl nicht gehört zu werden

sie haben Stress mit dem Partner, der Familie, die Kinder

sie sind mit sich selber unzufrieden, vergleichen sich mit anderen

etc.

 

Grundsätzlich sind viele Menschen meiner Meinung nach eher FREUNDLICH.

FREUNDLICH sein wirkt hervorragend auf uns selbst zurück. Das ist jedenfalls ein GEWINN!

Vielleicht möchten Sie die Gelegenheit wahrnehmen und jemanden eine Form von FREUNDLICHKEIT entgegenbringen. ACHTUNG: nicht aufgesetzt, das würde Ihr Gegenüber rasch erkennen – es sollte schon ehrlich gemeint sein.

Manchmal ist das aber gar nicht so einfach:

dazu fällt mir auch eine Geschichte ein:

ein Unternehmer kam ins Coaching und schilderte mir sein Problem, seinen Konflikt.

Er ist Chef eines gut eingesessenen Unternehmens und erfreut sich hoher Beliebtheit bei seinen Mitarbeitern, Kunden und in der Öffentlichkeit. Nur eine Kundin – auch eine

Unternehmerin – sucht ständig meist zwar nur kleine Fehler aber piekst ihn bei jeder

sich bietenden Gelegenheit, vorzugsweise, wenn noch andere Leute anwesend sind.

Laut seinen Angaben hätte sie daran Gefallen gefunden, ihn bloßzustellen.

Während seiner Erstschilderung verfinsterte sich mehr und mehr sein

Gesicht, er war richtig wütend und jetzt verkürzt dargestellt, meinte er, er würde

sich das Verhalten nicht mehr länger gefallen lassen und eine „echte Aktion“

gegen diese Person starten. Er wollte sich rächen. Sprach das auch aus.

Die Alarmglocken gingen bei mir an.

Es gibt genug negative Rache-Beispiele. Dazu gehe ich hier aber nicht näher ein,

das wird einmal ein eigener Blog-Artikel werden.

Und Rache ist sowieso meiner festen Überzeugung nach, niemals(!!!) ein guter Ratgeber.

Siehe auch dazu:

Die BRILLANTEN…………..und die „Zweifüssler“ | jandl-albrecht.at (jandl-albrecht.at

Jedenfalls schien es für ihn zu diesem Zeitpunkt keinen anderen Ausweg mehr zu geben. Glücklicherweise änderte sich das aber rasch.

In unseren Coaching-Gesprächen kamen wir zum Ergebnis, dass es auch einen wichtigen Hinweis in den Angriffen gab. Vor lauter Ärger und tief persönlich nehmen, konnte er diesen nicht erkennen.

Es gelang ihm aber nach und nach einen anderen Blick zuzulassen, konnte einen anderen Zugang zum Problem erkennen und schaute sich seinen eigenen möglichen Beitrag dazu an. Das heißt nicht, dass das immer so sein muss. In diesem Fall war es so.

Unter anderem gab ich ihm die Empfehlung, „probiers doch mal mit Freundlichkeit“ mit.

Da war in der Erstreaktion großes Unverständnis. Jetzt sollte er auch noch zu dieser aus seiner Sicht unmöglichen Person FREUNDLICH sein. Was zuerst unvorstellbar schien, wurde dennoch probiert und es hat funktioniert. Er war über so manche Reaktionen erstaunt. Zu Beginn waren nur ganz kleine Gesten möglich und das war auch wichtig, damit hier eine entgegengebrachte ehrliche FREUNDLICHKEIT überhaupt möglich war.

Unfreundlichkeit mit Unfreundlichkeit zu begegnen, wäre eine gefährliche Strategie gewesen.

Man kann davon ausgehen, dass es nur zu weiteren Verhärtungen gekommen und mehr und mehr eskaliert wäre.

 

Ein weiterer Fall:

ein Berater hatte den Auftrag bekommen, in Vertragsverhandlungen für ein großes Unternehmen zu gehen. Sein Gegenüber wurde ihm als sehr schwierig beschrieben und oftmals kam es in der Vergangenheit zu eskalierenden Konflikten. Deswegen wollten sie diese Verhandlungen nicht mehr selber führen und beauftragten einen externen Berater – meinen Kunden. Diesen Auftrag für dieses Unternehmen zu bekommen, hatte einen enormen Wert

Wir gingen alle Hinweise und die vorhandenen Informationen

durch und probierten es, die andere Position einzunehmen.

Wie wird es dem Gegenüber mit den gemachten Erfahrungen

gehen, usw.  „Probiers doch mal mit Freundlichkeit“ wurde ein

Teil der Strategie.

Diese Freundlichkeit verpackten wir mit Zuhören(!),

Aufmerksamkeit, Interesse, die bereits erbrachten

Leistungen in den Vordergrund stellen, etc. Es hat geklappt. Es

wurde eine gute Atmosphäre hergestellt und die Gespräche

verliefen zwar hart, aber positiv für alle Beteiligten.

Es kam zu einem guten Vertragsabschluss.

FREUNDLICHKEIT bringt Erfolg!

 

FREUNDLICH sein, muss nicht bedeuten, mit einem ständigen Lächeln durch die Gegend zu laufen.

Es hat mit Einstellung und Haltung zu tun.

Oft ist es nicht leicht, FREUNDLICH zu bleiben, wenn

das Gegenüber sich unangemessen verhält.

Dennoch:

FREUNDLICHKEIT lohnt sich jedenfalls für uns

selbst – das ist wichtig zu wissen. Privat wie beruflich.

Es stärkt und fördert das Selbstbewusstsein. Es hilft auch

gelassener zu sein bzw. zu werden. Der Gesichtsausdruck

eines FREUNDLICHEN Menschen ist heller und wirkt daher

strahlender und optimistischer –

und: FREUNDLICHKEIT bringt mitunter auch Geschenke!

FREUNDLICHKEIT – ein Weg!

Ihre Doris Jandl-Albrecht

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