WUNDER GESCHEHEN, ICH HABS GESEHEN….

Ich habe mich gefragt, was wohl mein nächster Artikel, mein nächstes Thema sein könnte. Nach meinen Erstlingswerken „INSPIRATION“,  „DIE BRILLANTEN……und die „Zweifüssler“ war ich sehr glücklich. Es tat sich für mich eine vollkommen neue Welt auf.

Die Idee zum Thema WUNDER begann an einem Samstag Vormittag. Ich war auf einen Nachmittagsplausch mit Kaffee und Kuchen eingeladen und brauchte noch Blumen für meine Gastgeberin. Sie hatte und hat  eine herausfordernde Situation zu bewältigen und sie ist am besten Weg sich wieder mit Zuversicht dem Abenteuer Leben hinzugeben. Jedenfalls, meine Wahl fiel auf Tulpen – gefüllte Tulpen in einem wunderschönen Orange in meinem Lieblingsblumenfachgeschäft.

Die Farbe Orange passt sehr gut zu den Farben ihrer Einrichtung und Organe steht u.a. für Vertrauen, Lebenslust, Vitalität und Mut,  also perfekt für meine Gastgeberin.

Ich entdeckte im Blumenladen auch eine Tasche mit der Aufschrift: „Das Leben ist eine Wundertüte“ – schon war mein Entschluss gefasst, diese Tasche mitzunehmen. Das war genial! Ein wenig sich überraschen zu lassen täte meiner Gastgeberin ganz gut.

Der erste Hinweis zu meinem heutigen Thema.

 

Ich stieg ins Auto und hörte das Lied von Nena „Wunder geschehen, ich hab‘s gesehen…“. Ich mag dieses Lied sehr. Mit dem Liedtext ist sie meiner Meinung nach so ziemlich am Punkt.

Der zweite Hinweis.

Ich hörte es mindestens noch 3 mal im Laufe der nächsten Tage. Ich war auf WUNDER programmiert.

 

Zuhause angekommen, stellte ich die Blumen noch in eine Vase – freute mich an beiden Dingen und ging meiner Arbeit nach. Es war ja noch Zeit und ich machte mich auf die Suche nach einem bestimmten Buch. Es kam der dritte Hinweis.

Dieser fiel regelrecht in meine Arme: das Buch von Steve de Shazer und Yvonne Dolan mit dem Titel „Mehr als ein Wunder“.*

Da war er  wieder, dieser eine, einzige und mich begeisternde Gedanke: mein nächstes Thema hat etwas mit WUNDER zu tun. Das wars!

 

Vielleicht werden einige unter Ihnen jetzt sagen, geh WUNDER, die gibt’s doch gar nicht.

Unser kleines Alltagsgehirn hat zu WUNDERN keinen Zugang.

„Das ist doch nur was für Träumer und Fantasten.“

WUNDER gibt es also nicht. Dennoch wissen wir, dass es schon so viele WUNDER gegeben hat, dass wir sie gar nicht aufzählen können.

Ein WUNDER ist jedenfalls ein Zustandekommen von Ereignissen, die man sich nicht erklären kann.

Und Hand aufs Herz: wie oft sagen wir laut oder leise in uns hinein: „hier kann vielleicht nur noch ein Wunder helfen“ oder „das kann nur ein Wunder sein, dafür fehlt mir jegliche Erklärung“.

Haben Sie vielleicht kleine Kinder in Ihrer Nähe. Sie entdecken die Welt noch ungefiltert. Für diese (noch) unbeeinflussten kleinen Wesen sind ihre Entdeckungen der Welt an sich ein WUNDER. Sie laufen von einer

Überraschung zur andern und kommen aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Eine rationale Erklärung haben sie noch nicht. Die gute Nachricht:

bei uns Erwachsenen sind auch WUNDER möglich.

Im Liedtext von Nena heißt es: „Wunder geschehen, ich hab’s gesehen. Es gibt so vieles, was wir nicht verstehen. Wunder geschehen, ich war dabei. Wir dürfen nicht nur an das glauben, was wir sehen. „

Bei meiner Arbeit lerne ich viele Menschen mit unterschiedlichen Problemstellungen, Aufgaben, Herausforderungen, Zielen etc. kennen. Manchmal höre ich den Satz: „da braucht es ein Wunder, ich habe keinen blassen Schimmer, wie das gehen sollte“.

Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an einen Fall.

Eine Führungskraft trieb ihr Unwesen und schreckte auch vor Gemeinheiten nicht zurück. Bei meinen durchgeführten Interviews mit den beteiligten Mitarbeitern war der Konflikt bereits so weit fortgeschritten, dass niemand mehr bereit war, sich an einem Tisch mit dieser Führungskraft zu setzen. Es drohte, dass dem Unternehmen wichtige Schlüsselkräfte abspringen, denn bei vielen war der Kündigungsgedanke bereits verankert.

Es ging kein Weg mehr vorbei und es wurde schließlich die Kündigung ausgesprochen. Der Leiter des Unternehmens sagte noch zu mir: „ich befürchte nun eine Klagswelle, die auf uns zukommen wird“ – Diese Besorgnis hatte auf Grund der gemachten Erfahrungen mit dieser Führungskraft durchaus ihre Berechtigung.

Nur, es kam ganz anders.

Diese Führungskraft verhielt sich plötzlich vollkommen anders, als es bisher der Fall war. Es wurde  die Kündigung entgegengenommen und dieser Mensch wart nie wieder gesehen.

Ein Aufatmen ging durch das Unternehmen und wichtige Ressourcen blieben erhalten.

Der Geschäftsführer meinte: „Das ist für mich nach all meinen Erfahrungen mit diesem Mitarbeiter rational gar nicht erklärbar, damit hätte ich nie gerechnet, für mich ist das ein WUNDER“.

 

Wir sind immer wieder konfrontiert mit Herausforderungen und Problemstellungen.

Die Wunderfrage, die Steve de Shazer und Insoo Kim Berg auf wunderbare Weise kreiert haben, ist ein möglicher Ansatz, ein WUNDER für ein sich stellendes Problem geschehen zu lassen.

Wenn Sie möchten, probieren Sie diese Methode einmal aus:

Stellen Sie sich bitte vor, dass Sie Ihren Tag ganz normal verbringen. Sie gehen wie üblich Ihren Tätigkeiten nach. Sie kommen nach Hause, Essen noch eine Kleinigkeit oder auch mehr, unterhalten sich mit Ihren Lieben oder sehen fern und gehen irgendwann müde ins Bett. Sie schlafen ein, und während Sie schlafen, geschieht ein WUNDER und das Problem, das Sie gerade beschäftigt, ist verschwunden, einfach weg.  

Woran würden Sie nächsten Morgen merken, dass etwas anders ist?

Manchmal oder immer wieder, passieren Dinge, die wir rational nicht verstehen können.

Unser Alltagsgehirn ist mitunter ratlos und überfordert.

 

Wie wäre es denn damit, sich auf WUNDER einzulassen.

Es könnte durchaus sein, dass sich plötzlich Ihre Möglichkeiten interessant erweitern.

 

Ich wünsche Ihnen ganz viele WUNDER und wunderbare Begegnungen.

 

Auf bald!

Ihre Doris Jandl-Albrecht

 

 

*Buchquelle:Steve de Shazer Yvonne Dolan „Mehr als ein Wunder“ ISBN: 978-3-89670-628-7

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